Die Zigeunerschöpfungsgeschichte

Gott entschied es so, als er die Erde in Licht tauchte. Mit etwas Staub und seinem Atem schuf er den ersten Menschen, schob ihn in einen grossen Ofen und brannte ihn. Gott hatte keine Erfahrung. Als er den Ofen öffnete war der Mensch verbrannt; er war schwarz.

Gott begann von neuem. Er formte einen zweiten Menschen und schob ihn auch in den Ofen. Diesmal zog er ihn zu früh heraus. Er war nicht gar genug; er war ganz weiß.

Gott sagte: "Der dritte Mensch wird vollkommen sein, er wird zwischen schwarz und weiß sein." Und so schuf er den Zigeuner. Wie Gott gesagt hatte, war der Zigeuner vollkommen. Ja, vollkommen.

Und deswegen liebten ihn die schwarzen und die weißen Menschen nicht. Und so vertrieben sie ihn aus ihrem Garten.

Von jenem Tag an zieht der Zigeuner durch die Welt und nirgendwo ist er zuhause. Zuweilen, wenn er durch ein Dorf kommt, sagen die Unwissenden: "Glückliche Leute, sie folgen nur dem Wind, sie sind frei."

Aber wenn der Zigeuner fortfährt, sich vom Staub der Straße zu ernähren, so ist das der Beweis, dass er nicht frei ist. Er flüchtet vor den Menschen, für die er ein Fremder bleibt. Ich habe viele Zigeuer gesehen, die meisten mit gebeugtem Rücken, an Schimpf und Schläge und Erniedrigungen gewöhnt. Nur wenige sind es, die den Kopf hoch tragen und bekennen, dass sie Zigeuner sind.

Aus "Arpád, der Zigeuner", Fernsehserie 1973, Folge 1, erzählt von Zanko.

Vielen Dank an Merlin!

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